Milton Henry – Branches And Leaves (Showcase)
Mit der Veröffentlichung von „Branches And Leaves (Showcase)“ im Februar 2026 erlebt ein Meisterwerk des Roots-Reggae eine späte, aber umso bedeutendere Würdigung.
Obwohl die Aufnahmen ursprünglich auf eine Zusammenarbeit im Jahr 2013 zurückgehen, hat die aktuelle Veröffentlichung (unter anderem über A-Lone Productions und Deeper Roots) im Kontext des Jahres 2026 eine neue Relevanz erfahren – nicht zuletzt als Vermächtnis des 2022 verstorbenen Sängers.
Das Album ist eine seltene Symbiose aus zwei Welten: dem staubigen, spirituellen Wackies-Vibe aus New York und der präzisen, analogen Handwerkskunst des spanischen Produzenten Roberto Sánchez.
„Branches And Leaves“ klingt nicht wie ein Produkt der 2020er Jahre – es klingt zeitlos. Es ist eine bewusste Rückkehr zum „Showcase“-Format der 70er Jahre, bei dem jedem Gesangstrack unmittelbar seine Dub-Version folgt.
Highlights
“Crisis” & “Crisis Dub”: Ein hypnotischer Einstieg. Milton Henrys Stimme ist tief, sanft und trägt eine Weisheit in sich, die perfekt mit den rollenden Bassläufen der Lone Ark Riddim Force harmoniert.
“Rastafari Cannot Die”: Einer der spirituellen Ankerpunkte des Albums. Der Dub-Part („Branches and Leaves Dub“) zeigt Sánchez’ Meisterschaft an den Reglern – Echo-Spiereien und subtile Filter lassen den Track tief in den Raum atmen.
“Let Go The Ego”: Ein Track, der 2026 aktueller denn je wirkt. Die Texte kritisieren Eitelkeit und Oberflächlichkeit, untermalt von einem Arrangement, das an die goldenen Zeiten der Soul Syndicate erinnert.
In einer Ära, in der viele Produktionen digital und klinisch wirken, ist dieses Album ein Manifest für handgemachte Musik. Die Tatsache, dass Milton Henrys Gesang kurz vor seinem Tod noch einmal in diesem hochwertigen Rahmen konserviert wurde, macht das Album zu einem emotionalen Dokument.
„Branches And Leaves“ ist kein Album für den schnellen Konsum. Es ist eine meditative Reise, die Geduld belohnt. Milton Henry hinterlässt mit diesem Showcase ein Werk, das die „Äste und Blätter“ des Reggae-Stammbaums ehrt und gleichzeitig tief im Boden der Roots-Tradition verwurzelt bleibt.
Ein „Must-Have“ für Sammler und Liebhaber des echten, unverfälschten Roots-Sounds. Ein würdiges Denkmal für einen der unterschätztesten Sänger Jamaikas.
Songs
- Milton Henry – Crisis 03:33
- Lone Ark Riddim Force – Crisis Dub 03:34
- Milton Henry – Rastafari Cannot Die 03:22
- Lone Ark Riddim Force – Branches and Leaves Dub 03:27
- Milton Henry – Rastaman Beware 03:36
- Lone Ark Riddim Force – Beware Dub 03:35
- Milton Henry – Gimme Gimme Teke Teke 03:38
- Lone Ark Riddim Force – Time To Give Dub 03:39
- Milton Henry – Let Go The Ego 03:37
- Lone Ark Riddim Force – Ego Dub 03:53
- Milton Henry – Hold My Hands 03:34
- Lone Ark Riddim Force – Mother Dub 03:34
©2026 A-Lone Productions / Deeper Roots

