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Sly & Robbie – The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984

Sly & Robbie - The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984
Sly & Robbie – The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984

Sly & Robbie – The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984

Für Fans von klassischem, schwerem Roots-Dub ist die digitale Veröffentlichung von The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984 ein absoluter Grund zur Freude.

Auch wenn die ursprüngliche Zusammenstellung der Aufnahmen durch das deutsche Label Moll-Selekta bereits im Jahr 2004 auf CD und Vinyl erschien, sorgt das aktuelle Release im Mai 2026 dafür, dass dieses beinahe vergessene Meisterwerk endlich auf den Streaming-Plattformen weltweit leicht zugänglich ist.

​Hinter dem Projektnamen verbirgt sich nichts Geringeres als die absolute Elite der jamaikanischen Studio-Musiker der 70er und 80er Jahre, angeführt von der legendären Rhythmus-Sektion Sly & Robbie.

​Die Ring Craft Posse war in den goldenen Jahren des Reggae die Hausband des Produzenten Rodguel „Blackbeard“ Sinclair. Aufgenommen in dessen Mr. Tipsy Studio in Jamaika, stand die Truppe in direkter Konkurrenz zu Schwergewichten wie den Aggrovators oder den Revolutionaries.

​Die Besetzung liest sich wie das „Who is Who“ der Reggae-Historie:

Schlagzeug: Sly Dunbar, Mickey „Bo“ Richards

Bass: Robbie Shakespeare, Lloyd Parks

Keyboards/Orgel: Winston Wright, Ansel Collins, Robbie Lyn

Bläser: Dean Fraser, Ronald Robinson, Bobby Ellis

​Für die Abmischung dieser 14 Tracks zeichnete kein Geringerer als Reggae-Ikone Jah Thomas verantwortlich. Benannt sind die Stücke allesamt nach Stadtteilen und Orten in der jamaikanischen Gemeinde Saint Catherine (wie etwa Garvey Meade, Passage Port oder Waterford).

Wer bei Dub an moderne, rein elektronische Effekt-Gewitter denkt, wird hier angenehm überrascht. Das Album fängt den organischen, warmen und hypnotischen Vibe der analogen Ära perfekt ein.

Die Tracks basieren auf klassischen Riddims – so ist der Opener Wetbay (in älteren Pressungen auch als „Westbay“ gelistet) beispielsweise eine fantastische, tiefenentspannte Dub-Version von Burning Spears „Joe Frazier“.

​Die Highlights

Garvey Meade: Ein Track, der von einer unbarmherzig pumpenden Basslinie getragen wird, die von seltsamen, fast schon spacigen elektronischen Soundeffekten und Synthesizer-Einwürfen akzentuiert wird.

Waterford: Hier steht eine wunderbar melancholische Mundharmonika im Fokus, die durch die Halleffekte (Reverb) von Blackbeards Mischpult wie durch eine endlose Schlucht getragen wird.

Bridge Port: Für das Aufnahmejahr erstaunlich progressiv und temporeich. Der Rhythmus ist so treibend und energetisch, dass man hier fast schon die Ursuppe des späteren Drum ‘n’ Bass heraushören kann.

„St. Catherine In Dub 1972-1984“ ist ein absolut zeitloses Dokument jamaikanischer Musikkultur.

Blackbeards Produktion ist messerscharf und das Remastering holt jede Nuance aus den alten Bändern heraus. Die subtilen Studio-Effekte, gepaart mit einer fast schon jazzigen Verspieltheit der Musiker, machen dieses Album zu einer der besten Dub-Kompilationen, die man besitzen kann.

Egal ob zum bewussten Hören über gute Kopfhörer oder als hypnotischer Soundtrack im Hintergrund – diese Wiederveröffentlichung im Jahr 2026 schließt eine schmerzhafte Lücke im digitalen Reggae-Katalog.

Songs

  1. ​Westbay (auch gelistet als „Wetbay“ – eine Dub-Version von Burning Spears „Joe Frazier“)
  2. ​Garvey Meade
  3. ​Passage Fort (auf einigen Pressungen fälschlicherweise als „Passage For T.“ betitelt)
  4. ​Cumberland
  5. ​Caymanas Park
  6. ​Bridge Port
  7. ​Edgewater
  8. ​Waterford
  9. ​Braeton
  10. ​Portsmouth
  11. ​Independence City
  12. ​Naggo Head
  13. ​Westchester
  14. ​Southboro

©2026 (1984) IMS


Sly & Robbie – The Ring Craft Posse – St. Catherine In Dub 1972-1984

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