Sylvan ‘The Genius’ Morris – Aunty Melva’s Workshop – Dub
Ein neues Dub‑Monument aus der Tamoki‑Wambesi‑Schmiede: Auntie Melva’s Workshop Dub ist ein spätes, aber mächtiges Vermächtnis von Sylvan “The Genius” Morris – tief verwurzelt in Roots‑Geschichte, analogem Geist und einer Tracklist, die wie ein Spaziergang durch Jamaikas kulturelles Gedächtnis wirkt.
Auntie Melva’s Workshop Dub ist ein Album, das sich wie ein Archiv öffnet: nicht nostalgisch, sondern lebendig. Morris’ Handschrift – warm, räumlich, unaufgeregt genial – zieht sich durch jeden Mix.
Die Dubs wirken wie frisch entdeckte Bänder aus einer Zeit, in der Dub noch Werkstatt, Labor und spirituelle Praxis zugleich war.
Morris arbeitet mit viel Raum, langen Hallfahnen und subtilen Delay‑Schüben. Basslinien stehen im Zentrum, getragen von einer All‑Star‑Riege jamaikanischer Bassisten. Die Drums (Benbow Creary, Phil Callender, Leroy “Horsemouth” Wallace u.a.) liefern diesen federnden, leicht trockenen Roots‑Punch, der perfekt für Dub‑Dekonstruktionen ist.
Sylvan “The Genius” Morris setzt weniger auf Effektspektakel als auf Balance, Tiefe und Klarheit. Viele Tracks wirken wie extended versions, die sich langsam öffnen, statt sofort zu explodieren.
Die Dub‑Eingriffe sind präzise, fast meditativ – typisch für Morris’ Stil seit seinen Tagen bei den Wailers und im Black Ark‑Umfeld.
Das Album wirkt wie ein musikalisches Familienalbum, das politische Geschichte, Community‑Erinnerung und persönliche Hommage verbindet.
Dieses Album ist kein modernes Dub‑Update, sondern ein Zeitkapsel‑Release: Die Besetzung liest sich wie ein Who’s Who des Roots‑Zeitalters. Die Produktion trägt Morris’ unverwechselbare Handschrift – ruhig, tief, meisterhaft kontrolliert. Es ist ein Werk, das Sammler, Dub‑Puristen und Roots‑Liebhaber gleichermaßen anspricht.
Auntie Melva’s Workshop Dub ist ein Album, das nicht laut schreit, sondern schwebt, atmet und erzählt.
Es ist Dub als Geschichtsschreibung, als Erinnerung, als Handwerk – und als spirituelle Praxis.
Songs
1. Back ‘A’ Wall
2. Papa Three Card
3. Pampas
4. Paul Bogle
5. Leon Lij Tafari
6. Ackee Walk
7. Morant Bay Rebellion
8. Across The Border
9. Mother White’s Bridge
10. Jemima Antonia
11. Bumper Hall
12. Amanda Kay Parker
13. Wise Head
14. Stick Man
15. Ebenezer
16. Bond Street Audition
17. Melverlene
18. Spliff
19. Blessing For Mankind
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